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Veranstaltungen in der Alten Molkerei Worpswede
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Ausstelllung "Vorsicht Farbe" - Galerie ART99,
Osterweder Straße 21, bis 5. Januar 2012, Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr.

Worpswede. "Die Farbe ist unser verbindendes Element", sagt Erhard Kalina über die Gruppe der Galerie ART99. Soeben hat diese ihre Herbst-Winter-Ausstellung in der "Alten Molkerei" Worpswede eröffnet. Unter dem Motto "Vorsicht Farbe" zeigen Bernhard Büsing, Karin Bison-Unger, Erhard Kalina, Ingrid Steckelberg und Siegfried O. Stolle in fünf Räumen Malerei, Collagen, Fotografie, Fotografik und Skulpturen - teils farbintensiv, teils sparsam im Kolorit.

Kalina definiert als Selbstverständnis seines Berufsstandes: "Was den Maler ausmacht, ist die Farbe." Wie unterschiedlich der Einzelne damit umgeht, zeigen die rund 60 Bilder und 15 Skulpturen dieser Ausstellung, geschaffen in sechs unterschiedlichen Handschriften. "Jeder soll seinen Bereich haben", sagt Kalina über das Ausstellungskonzept, das die verschiedenen Ausdrucksweisen zu einem Gesamteindruck zurückführt.

In der großen Eingangs-Halle der Ausstellung kontrastieren beispielsweise Hans-Jürgen Langes machtvolle Klangfarben, Farbklänge - in Acryl gefasste Opern wie "Carmen" und "Nora" - und Ingrid Steckelbergs ruhige, in schwarz-grau-blau gehaltene lichte Sylter Eindrücke. Bewegung bestimmt diese Bilder in ihren Auf- und Abschwüngen. Kalina schwärmt: "Das hat eine gewisse Erdigkeit."

Wie Bilder tönen können, zeigt eine Wand weiter Hans-Jürgen Lange. In "Formation der Klänge" malte er im Teil I ein Orchester zu Beginn einer Ouvertüre und in Teil II den vollen Rausch der Musik. Vom Zusammenspiel aus Klang, Sonnenlicht und Farben ließ er sich in Marokko zu den großformatigen, farbsatten "Afrikanischen Impressionen" inspirieren.

Dass sie aus dem Grafik-Bereich kommt, zeigt im Ausstellungsraum eine Treppe höher das neue Mitglied von ART99, Karin Bison-Unger. Seit Anfang 2011 arbeitet die Worpswederin gemäß Erhard Kalina in der Gruppe mit. Ihre filigran anmutenden Collagen tragen Titel wie "Was bleibt", "Venus trifft Mars" oder "Terra Verde". In letzterem stellt sie die alte Botschaft der Natur der Moderne gegenüber. Wie mit einem Bruch teilt Bison-Unger dafür das Bild. Rechts die Natur mit feinadrigem Blatt und grünem Stein, links der Datenchip und goldene Drähte. Eine neue Bildsprache bei ART99. Erhard Kalina sagt über das neue Mitglied: "Sie bereichert uns." Das tut Bison-Unger auch mit ihren Arbeiten in Digital Art, Mischtechnik. Die von ihr bearbeiteten Bilder zeigen beispielsweise die "Hamme-Niederung gen Westen", reduziert auf Naturstrukturen im Sonnenuntergangslicht.

Rausch der Farben

Der Raum direkt darunter birgt Ingrid Steckelbergs Experimente in "mixed media". Die rot dominierte Reihe titelt "Nah am Feuer". Erhard Kalina sagt zu Steckelbergs Technik: Die lasse sich nicht so genau erklären. "Sonst nimmt man den Bildern ihren Zauber". So empfiehlt es sich an dieser Stelle, einfach im Rausch der Farben zu schwelgen und vielleicht ein wenig die Hitze zu spüren, die solch ein Rotfeuer verströmt, was auch immer dessen Quelle sein mag.

Einen Raum weiter interpretiert Siegfried O. Stolle Landschaften, von klar erkennbar im üppigen Grün bis hin zu einer auf den Horizont und Strukturen reduzierte Sicht in Schwarz-Gelb. Diese begegnet Daphne. Die hängt an der Wand gegenüber, von Bernhard Büsing in verschiedenen Kontexten im Holzschnitt zu Papier gebracht. Büsings mythologisch inspirierte Keramiken begleiten den Ausstellungsbesucher durch alle Räume.

Die Sonne stand tief. Sie löste Farben und Formen auf und machte damit für Erhard Kalina die mittelalterlichen Fenster des Kölner Dom zur Vorlage seiner Aquarelle, die er in der Herbst-Winter-Ausstellung zeigt. "Licht im Fenster" heißt die Reihe. Da wogen Blau und Gelb übers Papier, als ob sie den Sonnenhimmel mit seiner berstenden Kraft in sich vereinen wollen.

Das Blau der Dom-Fenster springt hinüber zu Erhard Kalinas Moorlandschaften. Für ihn symbolisiert die Farbe die Elemente Wasser und Luft. "Daraus bestehen wir", sagt der Künstler. "Das ist elementar für uns." Doch wählte er für das Menschliche eher Braun und Gelb. So zeigt er den Menschen in seinen Bewegungsabläufen, ein Thema, dem er seit Jahrzehnten nachspürt. Dafür setzt Erhard Kalina sich in Restaurants und beobachtet Menschen oder schaut Tänzern bei der Probe zu. "Tanz im Raum" heißen die daraus entstandenen Aquarelle.


Quelle: Wümmezeitung/Weser Kurier
Von Undine Zeidler

 

 

 

 

 

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